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Andere Aufnahmen stellte uns Herbert Grabe von „Erde und Wind“ zur Verfügung, der sie seinerzeit wiederum von Ollie Scheuerer erhalten hatte – etwa von Gerhard Polt und der „Biermösl-Blosn“,, die sehr oft in und um Wackersdorf auftraten und etwa auch das Kultur­fest während der Platzbesetzung am 05. Januar 1986 künstlerisch gestalteten, wobei sie am selben Abend noch im Münchner Residenztheater aufzutreten hatten. Überregional, ja so­gar national bekannt wurde die „Biermösl Blosn“ dann nicht zuletzt aufgrund ihres Auftrittes auf dem großen WAAhnsinnsfestival im Sommer 1986, wo ca. 120.000 Zuhörer ihrem Beitrag lauschten und diesen frenetisch bejubelten.

 Herbert Grabe verdanken wir auch einige Kinderlieder, mit denen sich Imogen Pfarr-Otto von den „Müttern gegen Atomkraft“ während Demonstrationen und Festen gegen die WAA sei­nerzeit der anwesenden Kinder annahm und diese beschäftigte, indem sie Lieder mit ihnen sang.

 In der Oberpfalz und in Sachen „Anti-WAA-Bewegung“ waren vor allem auch die „Guglhup­fa“ aus München immer wieder sehr aktiv präsent, eine der innovativsten, phantasievollsten und engagiertesten Folkgruppen jener Jahre. Sie nahmen engagiert Teil am Anti-WAA-Folkfes­tival bei Wackersdorf Anfang Mai 1986, aber auch an zahllosen anderen Anti-WAA-Veranstal­tungen jener Jahre nicht nur in der Oberpfalz. Aus ihrem Repertoire wollen wir aus diesem Grund mehrere Lieder vorstellen, um ihrer damaligen Rolle wenigstens in Ansätzen gerecht zu werden.

Vor allem der Instrumentalmusik aus dem ostbayerisch-böhmischen Raum widmeten – und widmen sich bis heute – die Freunde und Kollegen der „Regensburger Bordunmusik“, die daneben aber immer auch für andere Projekte offen waren und beispielsweise die Kollegen von „Anonym“ bei einigen Studioaufnahmen unterstützten und mit Letzteren auch desöfte­ren gemeinsam auftraten, so etwa bei den immerhin WIDERHALL-Veranstaltungen, einem Deutschfolk-Festival in Regensburg. Auch die „Borduner“ waren im Widerstand sehr aktiv und haben – zum Teil auch zusammen mit befreundeten Kollegen, hier etwa Richard Vogl von den „Roten Hanikl“ - seinerzeit auch in „Wackerland“, d.h. im damaligen Hüttendorf gespielt. Nicht zuletzt von daher erscheint geboten, einige ihrer Lieder aus dem damaligen Repertoire auch mit Notenbild und Hörbeispielen vorzustellen.

 Gleiches gilt für die „Frauenhofer Saitenmusik“ aus München, die – wie die Regensburger Bordunmusik – nicht nur beim Anti-WAA-Folkfestival 1986 auftraten, sondern sich auch bei sehr vielen anderen Gelegenheiten im gesamten ostbayerischen Raum, aber auch im benach­barten Ausland, etwa in Salzburg gegen die WAA positionierten.

Daneben haben wir hier auch ein paar der Lieder der „Kumpfmühler Sänger“ zusammenge­stellt, einer traditionell orientierten Gesangsgruppe, die sich vor allem dem alten oberpfälzer Liedgut – hier oftmals religiösen Charakters - gewidmet hatte, sich aber seinerzeit ebenfalls entschieden gegen die Nachrüstungspläne zu Anfang der 1980er Jahre und ab Mitte des Jahr­zehnts gegen den Bau einer WAA wandte und dies auch in öffentlichen Auftritten entschieden kundtat, so immer wieder auch am Franziskus-Marterl in der Nähe des Baugeländes.

Außerdem finden sich in unserer Sammlung auch einige Liedbeispiele anderer Liederma­cher und Textdichter, die sich damals ebenfalls kritisch und ablehnend zur WAA äußerten und mit ihren Liedern offen Stellung bezogen.

Last not least stellen wir hier auch das Liedrepertoire der Regensburger Punk-Band „Tango Pervers“ vom Samstag, 29.11.1986 in wenigstens einem Liedbeispiel vor, als die Formation an­lässlich des damaligen BIWAK-Kongresses auf einem Fest in der Regensburger RT-Halle auftrat. In den 1980er Jahren war Punk die dominierende Kultur in den meisten autonomen Zentren. In Regensburg waren es Christoph Maltz, Anton „Judy“ Seutter und Andreas Müller, die sich in der obigen Punk-Formation zusammenfanden und hierbei auch aktiv gegen die WAA in Wackersdorf engagierten.

Eingeflossen sind in unsere Liedzusammenstellung daneben auch wenigstens einige der Lieder, die während des großen (5.) WAAhnsinnsfestivals (1986) zu hören waren, sowie Lieder von Musikern, die auf anderen der insgesamt 7 WAAhnsinnsfestivals (1982-1989) dargeboten wurden, soweit sie uns von den damaligen Liedermachern oder Interpreten zur Verfügung gestellt wurden.

Wenigstens Erwähnung finden sollen an dieser Stelle die Lieder der Geschwister Winterer von einem Tonträger aus dem Besitz von Wolfgang Nowak sowie eine Kassette mit Aufnahmen der beiden Schwestern von einem Auftritt im Staatsarchiv Amberg. Diese Lieder sind aber zum Großteil identisch mit denjenigen, die wir unter dem Namen der Geschwister Winterer im Fundus/Archiv abgedruckt haben.

Leider lagen / liegen uns bis heute viele Lieder anderer damaliger Aktivisten nicht vor, wes­wegen sie hier (noch) keine Vorstellung finden konnten. Doch erlaubt eine Website – anders als andere Veröffentlichungsformen - ja eine ständige Erweiterung, Ergänzung und Fortschrei­bung, weswegen hier im Lauf der Zeit durchaus weitere Noten-/Text- und Hörbeispiele ein fließen können. Dies hängt aber im Wesentlichen von Zusendungen weiterer Musiker oder Sammler ab.